Mittwoch, 9. September 2015

Frisch aus dem Kinosaal: Southpaw


Meine Liebe zu Boxfilmen hat mich heute mal wieder ins hiesige UCI verschlagen. Nachdem bereits der Trailer die Vorfreude in mir geschürt hatte, war es heute an der Zeit, mir mal das endgültige Ergebnis zu Gemüte zu führen.
Der Film dreht sich um den Box-Weltmeister im Mittelgewicht, Billy Hope, dargestellt von Jake Gyllenhall. Dieser befindet sich auf der Höhe seines Schaffens, ist glücklich mit Frau und Tochter. Doch dieses Glück bleibt selbstverständlich nicht ungetrübt. Der Tod seiner Frau (Rachel McAdams) macht ihm einen dicken Strich durch die Rechnung und dient als Grundlage für den Rest des Boxerdramas.

So viel zur Handlung, die bestenfalls aufgewärmt daher kommt. Überraschungen wünschen wir uns leider vergeblich, quasi alles haben wir entweder bei Rocky oder in einem anderen Boxfilm schon gesehen.
Aber das positive: das macht nichts. Trotz ab und an auftretender Drehbuch-Schwächen und unglaubwürdigen Entscheidungen seitens der Protagonisten bekommen wir ein von vorne bis hinten packendes Drama zu sehen, dessen Finale noch einmal eine dicke Schicht Gänsehaut garantiert.
Regisseur Antoine Fuqua (Training Day, Tränen der Sonne, Shooter) präsentiert uns einen Film, der das Genre alles andere als neu erfindet, aber sich durchaus in eine Reihe mit Rocky, Raging  Bull und The Fighter stellen darf - auch wenn man nicht erwarten darf, dass er deren Qualität erreicht, dazu fehlen die Innovationen.



Hervorzuheben ist hingegen die Leistung von Jake Gyllenhall als Billy Hope. Neben der Tatsache, dass er für die Rolle anscheinend ein krasses Trainingsprogramm absolviert hat - man nimmt ihm den Profiboxer ohne weiteres ab - zeigt er hier sein ganzes Können, ja trägt sogar weitestgehend den Film.
Neben ihm können auch Rachel McAdams, die bereits eine der positiven Überraschungen in der zweiten Staffel von True Detective darstellte, als Billys Frau und Forest Whitaker als Boxtrainer definitiv überzeugen. Lediglich bei 50 Cent fragt man sich, was die Macher dazu bewegte, diesen als Hopes Manager zu besetzen - denn gerade im Vergleich zu Gyllenhall wirkt er wie ein Stück Holz.

Alles in allem habe ich mal wieder ein sehr unterhaltsames Boxdrama gesehen, von welchem man nichts Neues erwarten sollte, aber das mit spannenden Charakteren, guten (aber keinesfalls realistischen) Boxszenen und einer ordentlichen Portion Gänsehaut aufwarten kann.
Auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Wenn ich's in Punkten ausdrücken müsste: 7,5/10.

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