Freitag, 11. September 2015

Meine Meinung: Fantastic Four

(© Constantin Filmverleih)


Dass 20th Century Fox Versuch, endlich einen vernünftigen Fantastic Four-Film auf Celluloid zu bannen, gescheitert ist, konnte man ja bereits überall hören.

Dennoch gefiel mir, was ich hörte. Der Film sollte ernster und düsterer sein. Langsamer und nicht so hyperaktiv und quietschbunt, wie die Filme aus den Marvel-Studios. Dazu übernahm Josh Trank die Regie, dessen Debütfilm 'Chronicle' wirklich gelungen war. Auch die Besetzung mit Miles Teller (für den ich spätestens seit 'Whiplash' eine Menge Sympathien über habe), Jamie Bell, Kate Mara und Michael B. Jordan hätte deutlich schlechter sein können.
Für mich hörte sich das alles mal wieder nach einem Superheldenfilm an, der mir - trotz vernichtender Kritiken (u.a. ganze 9% bei Rotten Tomatoes) und den wohl langweiligsten, mir bekannten, Helden des Marvel-Universums - gut gefallen könnte.
Aus diesem Grund hatte ich mich schon gefreut, einen Artikel zu schreiben wie: "Warum Fantastic Four der beste Superheldenfilm ist" oder "Bitte Disney, nimm dir ein Beispiel".
Doch leider, leider muss ich sagen, dass der Vorsatz einen ernsteren und tiefgründigeren Superheldenfilm zu drehen, zwar lobenswert ist, doch ein guter Film ist Fantastic Four bei weitem nicht geworden.


Nachdem der Einstieg noch gut gelungen ist und die beiden als Hauptprotagonisten auserkorenen Reed Richards (Teller) und Ben Grimm (Bell) sympathisch und ausführlich eingeführt werden, wirkt der Film nach diesem ersten Drittel nur noch gehetzt und springt von Plotpoint zu Plotpoint.
Dabei werden einige interessante Punkte angeschnitten (wie die Beziehung zwischen Richards und Grimm nach dem 'Vorfall'), allerdings so kurz und oberflächlich behandelt, dass es fast weh tut. Auch das Finale ist nicht viel mehr als eine Frechheit. Wahrscheinlich hätten dem 100-Minuten-Film 20 bis 30 zusätzliche Minuten nicht geschadet - aber Regisseur Trank hat ja bereits verlauten lassen, dass die endgültige Version des Films sehr wenig mit der von ihm präferierten gemein habe.
Leider Gottes sind auch die Spezialeffekte als eher dürftig zu bezeichnen. Grade "The Human Torch" fällt immer wieder negativ ins Gewicht.



Wenn man dem Film noch etwas positives abgewinnen will, dann ist es der Bösewicht. Victor Van Doom (Toby Kebbell) sieht klasse aus (bedrohlich düster und nicht übertrieben bunt wie z.B. Thanos oder Red Skull aus 'Guardians of the Galaxy' bzw. 'Captain America'), wird jedoch ebenfalls komplett verschenkt, tritt nur kurz auf - und dann auch noch unwürdig ab.
Insgesamt ist der Film nicht schlechter als die letzten beiden Fantastic Four-Verwurstungen von 2005 und 2007, allerdings auch definitiv nicht besser. Gerne hätte ich die Version gesehen, die Trank für diesen Film vorgesehen hatte. Doch anscheinend gab es klügere Leute bei 20th Century Fox - die sich hoffentlich kräftig gegenseitig in den Arsch beißen.

Man merkt klar und deutlich, dass der Film als Auftakt zu einer Reihe gedacht war - bei einem geschätzten Verlust von 100 Millionen Dollar, wird das Franchise aber wohl ein weiteres Mal eingestampft werden. Schade, denn damit muss ich meine Comicverfilmungshoffnungen wohl weiterhin allein in den Schoß von DC legen, von Disney und Marvel dürfen wir wohl in den kommenden Jahren keine Überraschungen erwarten.
Ihr fragt nach Punkten? Na gut: 4 von 10.

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