Donnerstag, 15. Oktober 2015

Frisch aus dem Kinosaal: Der Vater meiner besten Freundin


'Der Vater meiner besten Freundin' von Jean-François Richet ist eine Neuverfilmung des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1977.
Wir sehen Vincent Cassel ('La Haine - Hass') und François Cluzet ('Ziemlich beste Freunde') als Mitte 40-jährige Väter, die mit ihren 18- bzw. 17-jährigen Töchtern in den Urlaub nach Korsika fahren. Die beiden Väter behandeln ihre Töchter streng und weniger streng. Vincent Cassel stellt dabei den 'cooleren' Vater Laurent und François Cluzet den strengeren Antoine dar. Durch verschiedene Situationen, in denen Laurent allein mit der 17-jährigen Louna - Tochter seines besten Freundes - ist, entwickelt sich eine engere Beziehung zwischen den beiden, welche die pubertierende Louna in ein Gefühlschaos stürzt, infolgedessen sie den deutlich älteren Laurent verführt. Das führt selbstverständlich zu gewissen Spannungen unter den Vieren und der oder anderen unangenehmen Situation...

Ich hatte bei diesem Film auf eine lockere, kontroverse französische Komödie gehofft. Leider ist 'Der Vater meiner besten Freundin' lange nicht so kontrovers wie er es gern wäre und bei weitem auch nicht so sehr Komödie, wie ich erwartet hatte. Zwar beschwört das Drehbuch von Lisa Azuelos und Jean-François Richet einige Situationen herauf, die komödiantisches Potential bieten, allerdings wird dieses in den seltensten Fällen genutzt. Im Grunde sehen wir flache Dialoge unter flachen Charakteren mit wenig Charakterentwicklung - dafür sehen alle Beteiligten sehr gut aus. Doch das macht leider keinen guten Film. Ebenso dachten sich die Macher wohl, dass es, um einen kontroversen Film zu machen, reichen würde eine 17-jährige - gespielt von einer 19-jährigen - hinzustellen und möglichst oft mit viel nackter Haut zu zeigen. Fehlanzeige. Kontrovers ist an diesem Film überhaupt nichts - höchstens die hohe Zahl an Zuschauern, die er in die Kinos lockte.

Das positivste an diesem Film sind tatsächlich die Darsteller. Vincent Cassel und François Cluzet haben längst bewiesen, dass sie zu den Guten in der Branche gehören und die Darstellerinen der beiden Töchter - Lola Le Lann und  Alice Isaaz - sind vielleicht nicht die begnadetsten Schauspielerinnen, machen ihre Sache aber durchaus ordentlich und sehen extrem gut aus.
Leider scheint der Film sich auch viel zu sehr auf seinen Charaktwren auszuruhen. Das funktioniert bei den beiden Vätern noch ganz gut, da die Chemie zwischen diesen stimmt, die Töchter haben allerdings so nervige Rollen zu spielen, dass mich diese spätestens nach der Hälfte nur noch gestört haben haben - egal wie nackt sie auch gerade waren.
In der zweiten Hälfte begibt sich der Film außerdem immer mehr auf dramatische Pfade und kehrt seiner komödiantischen Seite - die eh nie wirklich gezündet hat - mehr und mehr den Rücken und wird so zum extrem oberflächlichen Charakter-Drama mit humorvollen Einschlägen.

Insgesamt war ich leider sehr enttäuscht. Bilder und Sound sind zwar in Ordnung, geben den Film aber auch nicht aus der Masse heraus. Alles in allem bleibt also eine Möchtegern-Komödie mit guten Darstellern, viel nackter Haut aber dafür wenigen zündenden Gags.
Ohne das Original zu kennen, würde ich sofort dieses empfehlen, da mich der Film - nachdem ich mich an den beiden Töchtern statt gesehen hatte - nur noch gelangweilt hat. Mit seinen 105 Minuten Laufzeit ist er auch eindeutig zu lang geworden.
Wer ins Kino gehen möchte um sich am Äußeren von zwei attraktiven Mädchen - oder Vincent Cassel - zur ergötzen, kann sich diesen Film anschauen, sollte aber keine Lacher wie bei 'Ziemlich beste Freunde' erwarten. Allen anderen sei abgeraten, denn nichtmal als purer Feel-Good-Film funktioniert 'Der Vater meiner besten Freundin'.
Nur 4 von 10 Punkten von mir. Entweder für die vier Hauptdarsteller oder die vier Hauptbrüste des Films.

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