Mittwoch, 14. Oktober 2015

#Horrorctober: Basket Case


'Frank Henenlotters Metzel-Meisterwerk BASKET CASE gilt als Schlüsselwerk des Splatter Genres. Der Kult-Streifen besticht durch seinen wahnsinnigen Plot, brillante Charakterentwicklung, wahwitzigen Splatter-FX sowie ordentlichen bodycount.'
So wird 'Basket Case' auf der Rückseite der BluRay angepriesen - was mich zum Kauf bewegte. Doch kann der Film auch halten, was versprochen wird? 

Frank Henenlotter inszenierte 'Basket Case' 1982 mit einem Budget von gerade einmal 35.000 Dollar und einem komplett unbekannten Cast - und schuf trotzdem ein recht erfolgreiches Stück Film, weshalb er 1990 und 1991 sogar noch zwei Fortsetzungen drehen konnte.
Die Prämisse des Films ist dabei erstmal sehr interessant: Duane (Kevin van Hentenryck) und Belial Bradley sind siamesische Zwillinge - der eine relativ normal, der andere 'klebt' wie ein Tumor mit Gesicht und Händen an seinem Bauch. Als Kinder werden die beiden gewaltsam operativ getrennt und Belial auf den Müll geworfen. Dennoch bleibt eine Art telepathischer Kontakt zwischen beiden Brüdern möglich, welchen Belial nutzt um Duane zu sich zu rufen. Duane rettet seinen deformierten Bruder und hält ihn seitdem in einem Weidenkorb (der titelgebende 'Basket Case') am Leben.
Jahre später machen die beiden sich auf den Weg nach New York, um sich an den Ärzten, die sie damals getrennt haben (Diana Brown, Lloyd Pace, Bill Freeman), zu rächen.


Man muss bei diesem Film auf die Entstehungsbedingungen achten. Durch das minimale Budget waren die Möglichkeiten begrenzt und im Prinzip ist 'Basket Case' auch reiner Trash. Aber dafür macht der Film dann doch sehr viel Spaß - und das liegt hauptsächlich am liebevoll gestalteten Belial. Die Puppe sieht natürlich nicht realistisch, aber doch sehr charmant-beängstigend aus. Außerhalb des Korbes wird er durch Stop-Motion bewegt, was zum coolen Style des Antagonisten beiträgt. Auch wird Belial nicht direkt zu Beginn aus dem 'Sack' gelassen, wodurch eine unangenehme Neugierde aufgebaut wird.
Weiterhin gut gelungen ist die kranke, ambivalente Beziehung zwischen den Zwillingsbrüdern. Gerade als Duane sich verliebt, was Belial vor Eifersucht in eine Art Blutrausch treibt, nimmt das ganze sehr interessante Züge an.

Neben Belial und der Beziehung zu seinem Bruder bietet der Film hauptsächlich unfreiwilligen Humor. Die Morde sind (aus Budgetgründen) nicht allzu aufwendig gestaltet und sehen recht billig aus. Ebenso billig waren wohl die Schauspieler, von denen keiner auch nur annähernd Talent besitzt. Genau das selbe gilt auch für die Leute, die für Kamera und Ton verantwortlich waren - oder für die Dialoge. Doch aus dieser Mischung von wenig Talent und noch weniger Geld entstehen eine Menge Szenen, über die man lauthals lachen kann - immer wieder unterbrochen von Belial-Szenen, die tatsächlich ein wenig Horror mit sich bringen.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass der 'wahnsinnige Plot', den die BluRay versprach, auch so vorkam. 'Wahnwitzige Splatter-FX' oder 'brillante Charakterentwicklung' sucht man jedoch meist vergebens - auch wenn beides mit Sicherheit gewollt war, jedoch von Budget und/oder Talent verhindert wurde.  Am meisten enttäuscht hat mich von den Ankündigungen jedoch der 'ordentliche bodycount', der sich im Endeffekt leider an einer Hand abzählen ließ.
'Basket Case' bleibt somit ein amüsanter und mit Liebe zum Detail gemachter Trash-Spaß, der als Horrorfilm gar nicht mehr funktioniert, aber trotzdem einige Punkte bietet, an denen man seine Freude haben kann - sei es gewollt oder eher nicht.
5,5 von 10 Punkten. Und so einen kleinen, süßen, Tumor-artigen Zwillingsbruder in einem Korb hätte wohl jeder gerne. Oder etwa nicht?

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