Samstag, 3. Oktober 2015

#Horrorctober: Maggie oder "Crying Arnie and Little Miss Zombie"


Der Trailer zu 'Maggie' versprach vor einigen Monaten wirklich viel: eine sehr düstere Atmosphäre, tolle Bilder, ein wenig Horror und einen Arnold Schwarzenegger, der mal in einer ernsten Rolle glänzen darf. Hält der Film, was er verspricht und kann überzeugen? Ja und Nein.
Vorweg erstmal zum Rahmen des Films. Regie führt ein Mann namens Henry Hobson, der hier sein Regie-Debüt gibt. In den Hauptrollen sehen wir neben Arnie noch "Little Miss Sunshine" Abigail Breslin und Joely Richardson.

Die Handlung bzw. Idee des Films hört sich erstmal sehr vielversprechend an: Auf der Welt ist ein Virus ausgebrochen, welcher Menschen nach der Infektion langsam in Zombies verwandelt. Wade Vogel (Arnie) lebt mit seiner Frau Caroline (Richardson) und den gemeinsamen Kindern auf einer Farm - bis er einen Anruf von seiner ältesten Tochter Maggie (Breslin) bekommt, welche beim Ausbruch der Plage in einer Stadt gefangen ist. Sie sagt ihm, dass sie ihn liebe - er aber bitte nicht nach ihr suchen solle. Doch nicht mit Arnold! Der begibt sich selbstverständlich auf die Suche nach seiner Tochter und findet sie schließlich in einer Quarantänestation der Armee - mitsamt Bisswunde und Infektion.
Er lässt daraufhin alle Ratschläge unbeachtet und nimmt Maggie mit zurück auf seine Farm. Dort verfolgen wir dann das Fortschreiten der Krankheit, was äußerliche und verhaltensverändernde Symptome mit sich bringt und die, damit einhergehende, veränderte Beziehung Maggies zu ihrem Vater, ihrer Familie, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt.

'Maggie' hat viele positive Punkte. Der Start in den Film ist wirklich beängstigend und gelungen und macht Appetit auf mehr. Dazu hat er einen wirklich coolen Stil - er ist durchgehend in dunklen und tristen Farben gehalten und verbreitet so eine schön grauselige Stimmung. Außerdem sind die Zombies und die einzelnen Stadien der Entwicklung in einen solchen, welche doch einige Zeit dauert und während der man seine Menschlichkeit nur sehr langsam verliert und immer mehr Symptome hinzukommen, wirklich klasse erdacht und designed.
Insgesamt ist der komplett andere Blickwinkel auf eine Zombie-Epidemie sehr interessant - ohne große Action, Gemetzel und sonstige Genre-Versatzstücke, sondern mit einem sehr ruhigen, emotionalen Blick auf die Charaktere und deren Beziehung zueinander in dieser sehr traurigen Situation.
Damit ist der Film aber beim besten Willen kein Horrorfilm, wie im Vorfeld suggeriert wurde. Vielmehr ist 'Maggie' ein Charakterdrama im Umfeld eines Horrorfilms. Was überhaupt nicht schlimm und eine tolle Idee ist.

Doch nun kommt das große "Aber": nach dem starken Beginn schleppt sich die Story so vor sich hin, hat zwar gute Charaktere, aber langweilt doch sehr - und das ist unheimlich schade. 
Ich habe wirklich versucht dem Film viel positives abzugewinnen, was ich, wie ich ja bereits ausgeführt habe, auch konnte. Doch wenn ein Film von knapp 90 Minuten zu über der Hälfte der Zeit langweilt und es nicht schafft, dass man mit den tragischen Figuren mitfiebert und -leidet, dann macht er bei all seinen positiven Punkten doch auch einiges falsch.
Dass die Geschichte nicht zu 100% packt und bewegt, liegt dabei beim besten Willen nicht an Abigail Breslin oder Schwarzenegger. Breslin spielt die Rolle der Maggie wirklich toll und überzeugend und auch Arnold kauft man den liebenden Vater voll und ganz ab - dass er nicht der größte Charakterdarsteller aller Zeiten ist, dürfte wohl jedem bekannt sein. 
Doch trotz dieser guten Leistungen der Darsteller und der gut geschriebenen Rollen, schafft Regisseur Hobson es nicht den Zuschauer in das Geschehen einzubinden und ihn bei der Stange zu halten - dafür ist 'Maggie' zu langsam und bräsig erzählt. Das alles gipfelt dann in einem Finale, das an Langeweile und Ideenlosigkeit kaum zu überbieten ist. Hier hätte man so, so, so viel mehr rausholen können. Schade.

Insgesamt macht 'Maggie' viel richtig - die Grundidee, die Darsteller, die Bilder - aber kann sich einfach nicht entscheiden, was er sein will. Am besten funktioniert der Film wohl als Arthouse-mäßige Charakterstudie im Umfeld einer Zombie-Epidemie. Wenn man diese Erwartung hat und nicht auf einen Horrorfilm oder ähnliches hofft, kann man mit einem Großteil des Films wirklich Spaß haben. Doch alles in allem bietet 'Maggie' viel Langeweile, vor allem auch zum Ende hin. Und das enttäuscht mich wirklich, da ich mir deutlich mehr versprochen hatte.
Dementsprechend kann ich, den vielen positiven Punkten zum Trotz, nur 6 von 10 Punkten geben.

Also: schaut den Film mit der Erwartung, ein sehr ruhiges, langsam erzähltes Drama mit dem Schwerpunkt auf Charakterentwicklung zu sehen. In dem Fall wird euch einiges geboten und ihr könnt auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.
Wenn euch das allerdings nicht anspricht: lasst es einfach, allzu viel verpasst ihr nicht. Abgesehen von einem weinenden Arnold Schwarzenegger, was man nicht alle Tage sieht!

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