Montag, 26. Oktober 2015

#Horrorctober: Tales of Halloween


Pünktlich zum diesjährigen Halloween-Fest kam vor kurzem der Film 'Tales of Halloween' auf den Markt. Bei diesem handelt es sich mal wieder um einen Horror-Episodenfilm, die sich in den vergangenen Jahren ja großer Beliebtheit erfreuen, was Werke wie 'V/H/S' oder 'The ABC's of Death' belegen.
Diesmal taten sich elf Regisseure zusammen, um zehn kurze Episoden zu inszenieren. Dabei sind auch namhaftere Filmemacher auf der Liste vertreten, wie z.B. Neil Marshall ('The Descent') oder Darren Lynn Bousman ('Saw II - IV').
Der Rest (Axelle Carolyn, Lucky McKee, Andrew Kasch, Paul Solet, John Skipp, Adam Gierasch, Jace Anderson, Mike Mendez, Ryan Schifrin, Dave Parker) ist mehr oder weniger unbekannt, haben aber allesamt schon Erfahrungen im Genre gesammelt.
Auch einige der Schauspieler sind dem Zuschauer bekannt, wie Lyn Shaye, die zur Zeit in gefühlt jedem Horrorfilm mitspielt, aber hauptsächlich durch 'Insidious I - III' bekannt ist. Neben ihr werden einige Darsteller - teils in kleinen Cameos - besetzt, die man aus dem Bereich des Horrorgenres kennt, z.B. die Regisseure John Landis ('American Werewolf') oder Joe Dante ('Gremlins').

Die Geschichten in 'Tales of Halloween' spielen alle in einem kleinen, amerikanischen Städtchen am selben Halloween-Abend. Dabei sieht man innerhalb der zehn Episoden eine breite Varianz, die von mordenden Kindern über den Teufel und ein Alien bis hin zu menschenfressenden Kürbissen reicht. Wie diese Themen bereits erahnen lassen, nimmt sich 'Tales of Halloween' in keiner Minute ernst. Zwar sehen wir ab und an durchaus nette und blutige Horror-Versatzstücke, doch in eigentlich jeder Episode wird die Stimmung durch humoristische Elemente aufgelockert.
Diese 'Lockerheit' variiert dabei stark von Episode zu Episode, was auch viel mit der jeweiligen Zielsetzung zu tun hat. Manche Geschichten bestehen hauptsächlich aus lustigem Splatter, andere setzen gezielt auf Spannung und Grusel.
Sehr positiv ins Gewicht fällt - vor allem im Vergleich zu anderen Horror-Episodenfilmen wie 'The ABC's of Death' - dass die verschiedenen Storys qualitativ auf einer Ebene sind. Und dieses Niveau ist durchgehend in Ordnung und wirkt nie billig.
Selbstverständlich schwanken die Episoden in ihrem Unterhaltungswert, doch das liegt mehr an der jeweiligen Geschichte bzw. deren Inszenierung. Jedoch muss ich sagen, dass 'Tales of Halloween' eigentlich keinen Totalausfall bietet und fast durchgehend unterhalten kann. Zwar sind die ersten und letzten Episoden die stärksten und in der Mitte fallen sie etwas ab und es kann kurz etwas Langeweile aufkommen, aber mit seinen 90 Minuten ist der Film sehr kurzweilig und der nächste Abschnitt kommt immer schnell genug.

In den meisten Teilen schafft es der jeweilige Regisseur außerdem einen persönlichen Duktus in den Film zu bringen (wie den Einsatz eines ungewöhnlichen Soundtracks oder der Einsatz bestimmter Kameratechniken), was jede Geschichte zu etwas Besonderem macht und einem immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.
Dazu ist 'Tales of Halloween' - der 16er-Freigabe zum Trotz - teilweise schön brutal und dürfte auch dem gemeinen Splatter-Fan zusagen. Vor allem da nahezu durchgängig auf handgemachte Effekte gesetzt wird, die eigentlich durchgängig stimmungs- und liebevoll wirken.
Doch nicht nur die Effekte sind an glorreiche Horror-Zeiten angelehnt - immer wieder findet man Hommagen an bekannte Filme. Neben den Auftritten bekannter Horrorfilm-Gesichter sind z.B. manche Bösewichte angelehnt an bekanntere Killer-Kollegen oder man erblickt hier und dort eine Requisite o.ä. das einen Bezug herstellt.
Ein weiteres Herausstellungsmerkmal von 'Tales of Halloween' ist, dass zu Beginn ein Intro in den Film leitet, dann sich im Laufe der Episoden diese immer wieder überkreuzen und die einzelnen Geschichten miteinander verknüpfen und schlussendlich die letzte Episode einen schönen Rahmen um den Film schließt. Das hat für mich alles rund gemacht und ist ein Punkt, weswegen 'Tales of Halloween' für mich der beste Horror-Episodenfilm der letzten Jahre ist. 

Die weiteren Gründe habe ich oben bereits aufgeführt. Die durchgängig gute Qualität der einzelnen Abschnitte, wenn auch der Unterhaltungsfaktor etwas schwankt, dann die vielen Hommagen und Anlehnungen an bekannte Genre-Vertreter, die netten und handgemachten Effekte, die Brutalität und die Kreativität - viel spricht für den Film. 
Negativ ins Gewicht fallen nur die wenigen nicht so mitreißenden Episoden, sowie der durchgehende Humor-Grad, da wir hier an vielen Stellen mehr Comedy als Horror sehen. Und dass die Regisseure kein allzu hohes Budget zur Verfügung hatten und deswegen weder Darsteller noch Splatter-Effekte aus der allerersten Riege sind, dürfte selbstverständlich sein - mich persönlich hat es aber auch nicht gestört, zumindest bei den Effekten war sogar eher das Gegenteil der Fall.
Alles in allem hat mich 'Tales of Halloween' sehr gut unterhalten, er hat mir besser gefallen als 'V/H/S' oder 'ABC's of Death' und vermittelt eine sehr nette Halloween-Atmosphäre. Wer also für den 31. noch einen unterhaltsamen und stimmigen Film sucht, der ist hier gut beraten. 6,5 von 10 Punkten.

Kommentare:

  1. Bist du dir mit deinem Fazit auch sicher? Denn der Buchstabe F des ABC of death von Noboru Iguchi ist eigentlich nicht zu toppen.

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  2. F for Fart? :D Ja, ich bin mir sicher.

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