Samstag, 13. Februar 2016

Deathgasm

Deathgasm ist eine neuseeländische Splatterkomödie aus dem vergangenen Jahr, Regie führte dabei Jason Lei Howden.
Neuseeländische Splatterkomödie? Ja, da kann man durchaus mal neugierig werden und einen Blick riskieren. In diesem Fall wird die Metalband Deathgasm in den Mittelpunkt der Geschichte gesetzt, deren Mitglieder - Brodie (Milo Cawthorne), Zakk (James Blake), Dion (Sam Berkley) und Giles (Daniel Cresswell) - ein mysteriöses Notenblatt finden. Natürlich spielen sie diese Noten und selbstverständlich hätten sie dies nicht tun sollen.
Bevor die Metzelei (hier sind es mal keine Zombies, sondern Dämonen - was allerdings nicht wirklich einen Unterschied macht) losgeht, nimmt sich der Film fast 45 Minuten Zeit, um seine Charaktere einzuführen, versucht ihnen eine Tiefe zu geben und führt außerdem noch die süße Kimberley Crossman als 'Love Interest' Medina ein.

Leider muss ich sagen, dass diese erste Hälfte von Deathgasm auch die bessere von beiden ist. Das liegt nicht unbedingt an der Qualität der blutigen zweiten Dreiviertelstunde, sondern viel mehr daran, dass diese zu 100% den bekannten Regeln der Horror- bzw. Zombiekomödie folgt und damit auf sehr ausgetretenen Pfaden wandelt. Zu Beginn nimmt man sich hingegen einige Freiheiten von diesen Konventionen, die Charaktere wirken - teilweise - nicht wie vom Reißbrett, sind sympathisch und bekommen coole Sprüche in den Mund gelegt. Auch die unbekannten Darsteller machen ihre Arbeit ziemlich ordentlich, lediglich die Charakterentwicklung ist nicht die glaubwürdigste. Ein weiterer großer Pluspunkt ist der brachial-gute und klasse eingesetzte Soundtrack.


Die Musik war auch so ziemlich das einzige, was mich gegen Ende noch wirklich bei der Stange gehalten hat. Alles war bekannt, ich wusste was passieren wird, die Spannung war einfach nicht mehr vorhanden - und so wird es wohl den meisten gehen, die sich im Genre auch nur ein wenig auskennen.
Der Rest dürfte jedoch tatsächlich großen Spaß haben, denn wenn man die fehlenden Innovationen mal außer Acht lässt, bleibt ein Splatterfest, das einige kreative Kills bietet, seine FSK18-Freigabe definitiv verdient hat und mit ordentlichen Effekten aufwartet. Zusammen mit der guten, aber noch fast komplett gewaltlosen, ersten Hälfte, bleibt eine nette Horrorkomödie, die ich vor zehn Jahren mit großer Sicherheit abgefeiert hätte. Doch nach dem Tsunami an Splatterkomödien, der in den vergangenen Jahren über uns hereingebrochen ist, bleibt fast nur Standardkost, mit einigen positiven Ausbrüchen. 
Von mir gibt es 5,5 von 10 Punkten für Deathgasm.

Schade, ein wenig mehr hab ich mir schon erwartet - warum weicht man nicht mal mehr von den Standard-Formeln ab und fügt ihm etwas Neues hinzu? Es ist an der Zeit.
... denn sonst ist es wohl an der Zeit, das Genre erstmal ruhen zu lassen.

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