Montag, 21. März 2016

Zufällig allmächtig

(© Lionsgate UK)
Zufällig allmächtig (Absolutely anything, GB/USA 2015, 85 Minuten)

Regie: Terry Jones.

Besetzung: Simon Pegg (Neil Clarke), Kate Beckinsale (Catherine West), Sanjeev Bhaskar (Ray), Eddie Izzard (Mr. Robinson), Rob Riggle (Grant Kotchev) & die Stimmen von John Cleese, Michael Palin, Terry Gilliam, Eric Idle und Robin Williams.

Handlung: In einer entfernten Galaxie beraten vier mächtige Aliens über das Schicksal der Menschheit. Vernichtung oder Aufnahme in den intergalaktischen Rat? Entschieden werden soll dies, indem einem zufällig ausgewählten Menschen für zehn Tage alle vorstellbaren und unvorstellbaren Kräfte verliehen werden. Der Zufall trifft den trotteligen Lehrer Neil Clarke, der zunächst einige Zeit braucht, bis er seine Kräfte versteht. Doch dann beginnt er gefallen daran zu finden – was selbstverständlich nicht ohne Probleme und Missverständnisse vonstatten geht.

Pro/Contra: Wen die Handlung dieses Films an Bruce Allmächtig aus dem Jahr 2003 erinnert (worauf natürlich auch der deutsche Verleihtitel anspielen muss... ), der liegt damit keineswegs falsch. Die Idee hinter beiden Filmen ähnelt sich so sehr, dass die Autoren Terry Jones und Gavin Scott ihr Script viele Jahre in der Schublade ließen, um den Film nicht als Dublikat dastehen zu lassen. Doch im vergangenen Jahr war es dann so weit, zwölf Jahre Zeitdifferenz sollten reichen. 
Einen Kinostart erhielt Zufällig allmächtig trotz der prominenten Besetzung hierzulande leider nicht, sodass er am 11. März hier auf DVD und BluRay erschien. Da dies die erste Mitarbeit der Pythons an einem Film seit langem war, war es für mich allerdings selbstverständlich, ihn mir anzuschauen und mich darauf zu freuen. Natürlich hoffte ich dabei auf eine ordentliche Portion pythonesquen Humors, welcher auch eine der wenigen Stärken des Films darstellt, wenn dieser aufblitzt. Die Pythons sprechen die Außerirdischen, die Neil seine Kräfte verleihen und tun dies mit viel Freude und Witz. Und auch in der Handlung um Neil blitzt der skurrile Humor der Komikertruppe hier und da auf. 
Doch leider, leider kann Zufällig allmächtig viel zu selten aus dem Schatten seines geistigen Vorgängers mit Jim Carrey in der Hauptrolle treten. Nahezu über die gesamte Laufzeit hat man das Gefühl, alles so oder so ähnlich schon gesehen zu haben, teilweise werden sogar die exakt gleichen Gags verwendet. Die Qualität der Gags schwankt dabei zwischen langweilig, zum schmunzeln und ab und an auch ultra komisch – doch durchgängig zu überzeugen wissen sie nicht. Man merkt, dass Terry Jones ein großes Talent dafür hat, humorvolle Stoffe in Szene zu setzen – was jedoch hinfällig wird, wenn ein Großteil dieses Humors einfach nicht sitzt.
Ein weiterer Kritikpunkt stellt die Geschichte dar, die nicht nur sehr an Bruce allmächtig erinnert, sondern auch sonst hinlänglich bekannt ist und ohne jegliche Überraschungen daherkommt. Schade, denn hier hätte man den Film noch einmal zu etwas Besonderem machen können. Nichts zu beanstanden habe ich jedoch im Bezug auf die Besetzung. Wie bereits erwähnt macht es viel Spaß, Cleese, Gilliam, Palin und Idle zu hören und auch Simon Pegg spielt den liebenswerten Trottel gewohnt routiniert komisch. Auch der Rest des Casts macht seine Sache routiniert, hervorstechen kann jedoch ebenfalls keiner.



Fazit: Wäre Zufällig allmächtig vor Bruce Allmächtig erschienen, dann wäre der Film wahrscheinlich deutlich frischer und amüsanter daher gekommen. So wirkt er leider – auch wenn man die Hintergrundgeschichte betrachtet – wie ein sehr sympathischer Neu-Aufguss und einfach zehn Jahre hinter seiner Zeit. Seit Jim Carrey den allmächtigen Bruce gab, wurde die Allmächtigkeitsthematik mehrfach aufgegriffen und so wirkt das Ganze leider einfach nicht mehr zeitgemäß.
All das wäre locker zu verkraften gewesen, wenn der Python-typische Humor gänzlich zum Tragen gekommen wäre und die Witze zu großen Teilen ins Ziel getroffen hätten. Doch leider bewegt der Film sich zumeist auf dem Humorniveau der meisten durchschnittlichen Hollywood-Komödien und kann nur ganz selten den Flair des britischen Humors und noch seltener den genialen Humor Monty Pythons aufblitzen lassen. So bereut man schlussendlich nicht, 85 Minuten seiner Zeit geopfert zu haben, doch begeistert aufschreien wird man ebenso wenig.


Bewertung: Zufällig allmächtig ist ein sympathischer Film, der leider auf sehr ausgetretenen Pfaden wandelt. Die Besetzung ist gut und ab und an blitzt ein Funke Genialität auf, doch ich habe mir von Regisseur und Autor Terry Jones leider mehr und vor allem Anderes erwartet. 5,5 von 10 Punkten für eine sympathische aber durchschnittliche Komödie.


Anmerkung: Ich beziehe mich selbstverständlich auf die englische Sprachausgabe, auch wenn ich den deutschen Verleihtitel benutze. Die Stimmen der Pythons und von Robin Williams zählen zu den Höhepunkten des Films, weshalb man darauf definitiv nicht verzichten sollte.

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