Samstag, 25. Juni 2016

Frankenhooker

(© Shapiro-Glickenhaus Entertainment)
Frankenhooker (USA 1990, 81 Minuten)

Regie: Frank Henenlotter

Besetzung: James Lorinz (Jeffrey Franken), Patty Mullen (Elizabeth Shelley), Joseph Gonzalez (Zorro)

Handlung: Nachdem seine attraktive, 21-jährige Verlobte Elizabeth bei einem tragischen Rasenmäher-Unfall ums Leben gekommen ist, setzt der "leicht" verrückte, ehemalige Medizinstudent und nun Erfinder/Wissenschaftler, Jeffrey wirklich alles daran, die Liebe seines Lebens in eben dieses zurück zu holen – und entschließt sich dazu, Elizabeth' verbliebene Körperteile (Kopf, Fuß und Hand) mit den schönsten Extremitäten von New Yorks Prostituierten zu ergänzen und schließlich mit einer gewaltigen Ladung Elektrizität zum Leben zu erwecken. Doch natürlich verhält sich Elizabeth danach nicht wie zuvor...

Zum Film: Nachdem arte in der vergangenen Woche bereits Re-Animator im Nachtprogramm zeigte, war diese Woche Frankenhooker an der Reihe – eine gute Möglichkeit, sich diesen Kultfilm von Basket Case-Regisseur Frank Henenlotter einmal zu Gemüte zu führen.

Basket Case konnte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen, zwar strotzte er nur so vor Abstrusität und war ein unterhaltsamer Splatter-Spaß, doch funktionierte er als Horrorfilm in keiner Weise und konnte nur durch unfreiwilligen Humor punkten (Hier meine Review im Rahmen des letztjährigen #Horrorctober).
In seiner Frankenstein-Version Frankenhooker versucht Henenlotter dann auch gar nicht mehr den Horror in den Vordergrund zu schieben, sondern setzt gleich auf die abstrus-skurrile-Spaßschiene – und das ist genau die richtige Entscheidung! In jedweder Hinsicht überspitzt wird uns die Geschichte von Jeffrey dargeboten. Sei es die Hauptfigur selbst, die sich zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen regelmäßig selbst mit dem Akkubohrer penetriert, der muskelbepackte und beschnurrbartete Klischee-Pimp Zorro oder dessen "Angestellte" die in einer Tour nach Geld und Crack lechzen. Und auch die Locations stehen dem in nichts nach; weder die mit skurrilen Gestalten bevölkere Rotlichtszene New Yorks, noch das mit nicht weniger skurrilen Geräten ausgestattete Labor von Jeffrey. All das macht beim Zusehen einen solchen Spaß, dass die Leistungen der Darsteller, die über Overacting noch hinausgehen, sich genauso wunderbar in das obskure Gesamtwerk einfügen, wie die – zu größten Teilen – miesen Special Effects.
All das zusammen beschert dem geneigten Zuschauer ein wahres Trash-Feuerwerk, das über 70 Minuten durch seinen Look, seine Dialoge, seine Charaktere und Darsteller auf hohem Niveau unterhält, bevor das Finale dann noch einmal in allen Belangen überzeugen kann und dem Ganzen eine große, bunte, böse Krone aufsetzt.
Fazit: Während Nacktheit und Brutalität des Films heutzutage keinen 14-jährigen mehr aus der Reserve locken würden, überzeugt Frankenhooker vor allem durch seine abgedrehte Skurrilität, die ihn in meinen Augen zu einem wirklich wunderbaren Stück Film werden lässt. Als Mischung aus Parodie und Hommage an Mary Shelley (man schaue auf den Nachnamen von Elizabeth), Frankenstein und den Low-Budget-Horrorfilm funktioniert Frankenhooker grandios und stellt dabei eine Kreuzung aus Frank Henenlotters erstem Film Basket Case mit Stuart Gordons Re-Animator dar, gewürzt mit einer Prise Sex und abstruser Komik.
Für einen feucht-fröhlichen Abend in geselliger Runde der perfekte Film, aber auch sonst sehr unterhaltsam – von mir gibt es gute 7 von 10 Punkten für Frank Henenlotters B-Movie-Klassiker!

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