Mittwoch, 3. August 2016

The Legend of Tarzan

(© Warner Bros. Pictures)
The Legend of Tarzan (U.S.A. 2016, 110 Minuten)

Regie: David Yates

Besetzung: Alexander Skarsgard (Tarzan), Margot Robbie (Jane), Christoph Waltz (Leon Rom), Samuel L. Jackson (George Washington Williams), Djimon Hounsou (Häuptkubg Mbonga), Jim Broadbent (Britischer Premierminister) 

Handlung: Seit einigen Jahren lebt der als "Tarzan" bekannte "Mann aus dem Dschungel" mit seiner Verlobten Jane in England – nun unter seinem Geburtsnamen John Clayton III. – um sein rechtmäßiges Erbe als Lord von Greystoke anzutreten und ein gutbürgerliches Leben zu führen. Diese Ruhe wird jedoch gestört, als er vom britischen Parlament als Sonderbotschafter für Handelsfragen zurück in den Kongo geschickt wird, in dessen Dschungel er einst aufgewachsen war. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nichts davon, dass das Ganze nur ein geschickt eingefädelter Plan zur Rettung der belgischen Kolonialherrschaft des Kongo darstellt, den sich die rechte Hand des belgischen Königs, Leon Rom, erdacht hat. Damit gerät nicht nur Tarzan in große Gefahr, sondern auch alle die ihm nahe stehen – und die gesamte Bevölkerung des Kongo.

Zum Film: Regisseur David Yates und sein Team versuchten sich in The Legend of Tarzan an einer Modernisierung des altbekannten Stoffes. Der Grundgedanke dahinter ist löblich und gleichzeitig wird das versucht, was derzeit haufenweise Blockbuster versuchen: die Geschichte behandelt einen möglichst großen Konflikt, ist düster und ernst, wird aber gleichzeitig immer wieder durch groß angelegte Actionsequenzen und eine Prise Humor aufgelockert. Funktioniert das? Nein – doch wie gesagt, ist die Idee löblich. Diese Tarzan-Verfilmung behandelt Themen wie Sklaverei oder die Ausbeutung der Kolonien, doch verliert sich die Geschichte, die noch ganz interessant anfängt, so schnell in hanebüchenen Wendungen, Logiklöchern, dämlichen Dialogen und Szenen zum An-den-Kopf-fassen, dass von den gut gemeinten Grundthemen nichts mehr übrig bleibt, als ein großer Blockbuster-Wust voller Missverständnisse.

Die Charaktere, die sich die Drehbuchschreiber Adam Cozad und Craig Brewer erdacht haben, besitzen dabei keine sonderliche Tiefe – wobei diese noch mit zu den positiven Punkten des Films gehören, denn sie stören den Sehgenuss nicht wirklich. Lediglich die Rolle des George Washington Williams, die Samuel L. Jackson verkörpert, fällt tatsächlich negativ ins Gewicht. Diese hat einzig und allein dann Bewandtnis, wenn die Stimmung aufgelockert und ein lustiger oder cooler Spruch gebracht werden muss, welche aber meist peinlich ausfallen. Auch spielt Jackson wie auf Autopilot und zeigt bei weitem keine seiner besten Leistungen. Das selbe trifft auf Christoph Waltz zu, der den immergleichen Hans Landa spielt und damit zwar zu unterhalten, aber auf keinen Fall zu begeistern weiß – und das, obwohl er noch die spannendste Figur des Films verkörpern darf. Alexander Skarsgard hingegen ist die optimale Besetzung des Tarzan, allein äußerlich trifft er den Mann aus dem Dschungel perfekt und er vermittelt mehr als glaubhaft die zutiefst animalische Seite des Titelhelden. Und auch Margot Robbie als Jane weiß meist zu bezaubern und bietet mit ihrer frechen Art eine tolle emanzipierte Jane-Interpretation.

Ein weiterer Punkt, in dem The Legend of Tarzan durchaus zu begeistern weiß, sind die vielen großartigen Landschaftsaufnahmen. Auf der großen Leinwand wirken diese wunderbar fotografierten Bilder des Kongo wirklich beeindruckend. Leider gibt es auf der optischen Seite dann auch einen dicken Negativpunkt – und das ist die übertriebene Masse an CGI-Effekten, die in den Film gepumpt wurden. Überall wimmelt es von Tieren, die allesamt sehr sichtbar aus dem Computer stammen. Tarzan schwingt sich von CGI-Liane zu CGI-Liane durch einen CGI-Urwald und CGI-Schiffe landen vor der kongolesischen Küste. All das wäre zu verzeihen, wenn es nicht so sichtbar künstlich und schlecht aussehen würde. Bei einem Budget von 180 Millionen Dollar fragt man sich dann nur noch : "Warum?" und fasst sich ins Gesicht.

Fazit: Trotz guter Darsteller (wenn man von der Lustlosigkeit, die Jackson und Waltz präsentieren, absieht), einiger guter Story-Ideen und großartiger Landschaftsaufnahmen, ist The Legend of Tarzan alles anders als eine gute Neuinterpretation des altbekannten Stoffes. Hanebüchene Wendungen, deplatzierte Komik, Logiklöcher und miese Tricktechnik lassen Tarzan an seiner Liane mit voller Wucht gegen den nächsten Baum klatschen. Zwar gibt es ab und an Szenen, die zu begeistern wissen, doch erreicht The Legend of Tarzan zumeist nichtmal Mittelmaß. Deshalb gibt es von mir leider nur schwache 4 von 10 Punkten.

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