Donnerstag, 10. August 2017

Meine Gedanken zu: "Planet der Affen: Survival"

(© Twentieth Century Fox)
Planet der Affen: Survival (USA 2017)

Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Matt Reeves, Mark Bromback
Mit: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Judy Greer, Amiah Miller

Wertung: ★★★★★★★★☆☆

Handlung: In Planet der Affen: Survival muss Caesar (Andy Serkis) einen brutalen Anschlag auf seinen Stamm hinnehmen. Obwohl er eigentlich nur in Frieden leben will, macht er sich deshalb mit seinen engsten Vertrauten auf die Suche nach dem brutalen Colonel (Woody Harrelson).

Schon die ersten beiden Filme der Planet-der-Affen-Neuauflage haben mir sehr gut gefallen. Der Ansatz, die "Entstehung" des Primaten-Planeten von Beginn an zu erzählen, als Trilogie aufzubauen und mit Caesar einen Affen in den Mittelpunkt zu stellen, mit dem man gemeinsam die Entwicklung der Tiere durchlebt, ist stark – die größte Stärke der Reihe war jedoch immer die atemberaubende Optik.

Und auch der dritte Teil ist eine visuelle Offenbarung! Schönere und realistischere Special Effects hat man im Kino noch nicht gesehen und es wäre ein Traum, wenn dies der aktuelle Standard wäre. Der größte Gewinn der tollen Optik: Man vergisst komplett, dass es sich bei den mittlerweile zu den Hauptfiguren der Reihe mutierten Affen um computergenerierte Wesen handelt. Wenn Wind durch das Fell weht, jedes einzelne Härchen erkennbar ist und sich anders bewegt als das nebenliegende oder aber die Kamera sich nur Zentimeter vor dem Gesicht eines Affen befindet und jede Emotion allein durch die komplett natürlich wirkende Mimik verständlich wird, dann nimmt man sie tatsächlich als echte Lebewesen wahr (Wozu natürlich auch die Leistungen der Mo-Cap-Darsteller – allen voran Serkis – beitragen ).


Beeindruckend: Bessere Kreaturen-Effekte hat man im Kino noch nicht gesehen.














Doch auch abseits des Visuellen überzeugt Survival: Schon die ersten knapp 20 Minuten sind Suspense pur. Menschliche Soldaten schleichen auf der Suche nach dem Hauptquartier der Affen durch einen dichten Wald, bis sie auf einen Trupp der Primaten stoßen und ein brachial-brutales Gefecht ausbricht. Einen Bärenanteil an der dichten und bis zum Hals mit Spannung aufgeladenen Atmosphäre hat Komponist Michael Giacchino (Jurassic World, Rogue One), der den gesamten Film mit einem wahren Hammer-Score untermalt – vielleicht sogar mit dem besten Blockbuster-Score des Jahres, obwohl erst kürzlich Hans Zimmer zu Dunkirk ein wahres Soundtrack-Brett ablieferte. 

Die großen Versprechen der ersten Hälfte kann die zweite leider nicht mehr ganz halten, obwohl die Ideen und Ansätze noch immer großartig sind. Sei es das faschistische Regime, das Woody Harrelson führt, die beinahe an ein Konzentrationslager erinnernden Szenen der Affen in Gefangenschaft oder, dass der Mensch selbst der wahre Feind des Menschen ist. Dennoch verliert sich der Film schlussendlich ein wenig in unnötig großen Action-Sequenzen, die es nicht gebraucht hätte. Auch einige weitere kleine Entscheidungen, wie die Einführung eines Comic-Relief-Charakters, stören die fast durchgehend düster-bedrückende Stimmung, wodurch das Finale die dichte Intensität des Auftaktes leider nie erreicht.

Doch gerade, wenn man im Kopf die im Verlauf der drei Filme miterlebte Geschichte von Caesar rekapituliert, dann wird eine weitere ganz große Stärke von Survival offensichtlich: Er ist der fast perfekte Abschluss einer tollen Trilogie. Caesars Entwicklung wird optimal zu Ende gebracht und man freut sich, an seinem Leben teilgehabt zu haben. Genau so sollten Blockbuster-Franchises sein und mir fällt spontan kein weiteres ein, dass in den vergangenen Jahren eine solche Qualität aufgewiesen hätte, wie Planet der Affen.



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